Lebensabend im Ausland



Schariahain-Khomeiniberg? Ist das nicht bereits exterritoriales Gebiet?
 
Chef-Admin;n12728 sagte:
Wie wäre es mit Holland?

Jedenfalls die Kriminalitätsrate sinkt dort seit Jahren

In Holland ist aufgrund rechtlicher Komplikationen immer Vorsicht geboten - wenn man dort eine Immobilie erwerben will (und das lohnt sich dort in den meisten Gegenden im Vergleich zur Miete auf jeden Fall, die Renditen sind ganz gut), sollte man schon mal aufpassen, denn Vorverträge sind dort (wie übrigens auch in Bella Italia) rechtlich immer bindend, da kommt man nicht mehr heraus.

Dann ist es wichtig, dass es in vielen Gemeinden bei Eigennutzung viele Fallstricke gibt. In den meisten Ortskernen gibt es eine Aufenthaltspflicht, da muss man dann zwei Drittel des Jahres präsent sein. (Das ist eine Regel, um menschenleeren Städten, wo die Hälfte aller Objekte von fernen Investoren gekauft wurden, vorzubeugen. Hallo Teile von London & St. Moritz) Kauft man dagegen etwas in den Hollandüblichen Parkanlagen, ist das rein rechtlich in aller Regel ein Feriendomizil und man darf eben nicht ganzjährig dort wohnen. In den Parkanlagen ist man zudem als Eigentümer in jedem Fall in den Hintern getreten, wenn man etwas günstiges mit Sanierungsstau kauft, denn da sind fast noch mehr Regeln vorgegeben als bei denkmalgeschützten Gebäuden und man zahlt deshalb hinterher Unsummen bei der Sanierung.


 
Als erstes möchte ich klarstellen, dass ich meinen Umzug nach Kapstadt nicht als Auswandern empfinde. Ich habe mich immer als Weltbürger gefühlt, war aber als Unternehmer an Berlin gebunden. Nach dem Verkauf meiner Firma war ich frei, mein Privatleben neu zu organisieren. Ich bin in den 30 Jahren als Berliner immer zwischen Kalifornien, New York, Austin und Berlin hin und her gependelt. Deswegen wollte ich eigentlich nach Ende der beruflichen Karriere ein schönes Haus in San Francisco, meiner zweiten Heimat und großen Liebe, kaufen. Aber meine Frau wollte nicht nach Amerika. “Wenn wir wegziehen, dann irgendwo hin, wo es für uns beide neu ist, nicht in Deine zweite Heimat”.




Wir haben dann versucht, eine Liste aufzustellen, was erwarten wir von einem neuen Wohnort. Dabei ist etwa folgendes herausgekommen:
  • besseres Wetter / Klima
  • Meer
  • spannende Landschaft und Natur
  • Englisch als Landessprache
  • keine Vermögenssteuer und erträgliche Steuern auf Kapitalerträge
  • möglichst geringe Zeitverschiebung gegenüber Deutschland



So haben wir mit dieser Liste im Gepäck in den letzten Jahren unsere Urlaube als Erkundungsmissionen gestaltet. 2016 waren wir dann in Kapstadt und waren sofort fasziniert von dieser Stadt. Mit Kindern gibt es nur ein paar Zeitpunkte, zu denen man einen solchen Schritt machen kann. Mitte 2017 wäre unsere Tochter mit dem Abi fertig und der Sohn noch jung genug, um sich umzugewöhnen. Unsere Kinder sind komplett zweisprachig aufgewachsen und auch in Berlin in eine englischsprachige Schule gegangen. So entstand der Plan, Mitte 2017 nach Kapstadt umzuziehen.




Wir haben dann hier ein fantastisches Haus gefunden, mit Blick auf den berühmten Tafelberg. Ich habe 6 Monate umgebaut, um das Haus und den Garten nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Wir sind nun komplett unabhängig von der kommunalen Versorgung mit Strom und Wasser. Unser Solardach liefert Strom für 4 Einfamilienhäuser und ein Flüsschen im Garten versorgt uns mit Wasser in Mineralwasser Qualität. Die Lebensqualität in Kapstadt ist sehr hoch. Lebensmittel in dieser Frische und Qualität sind in Deutschland schwer zu beschaffen. Das gilt auch für Restaurants, dagegen ist Berlin kulinarische Wüste.




Von unserem Haus sind wir in 20 Minuten in der Innenstadt, in 30 Minuten an unterschiedlichen Stränden und in 10 Minuten zwischen Weinbergen.




Kriminalität ist her sicherlich ein Problem, aber das ist in Chicago, New York oder auch Berlin nicht anders. Ich habe in Berlin finanziell einen größeren Aufwand für Wachschutz und Sicherheit treiben müssen als hier.




Wenn ich zurückblicke bereue ich die Entscheidung keineswegs. Uns fehlen unsere Freunde und Familie sehr. Moderne Telekommunikation und gute Flugverbindungen machen es aber einfach, in Kontakt zu bleiben. Wir haben reichlich Platz für Gäste und so trifft man sich nicht alle paar Wochen Abends zum Essen, sondern hat seine Freunde mal für 2 Wochen.




Ich denke neben der Idee, noch einmal ein großes Abenteuer zu erleben, war auch eine Menge Frust über Deutschland und vor allem Berlin unsere Motivation. Als Unternehmer habe ich mich in Berlin immer unwohl gefühlt. Unternehmern wird immer unterschwellig unterstellt, sie hinterziehen Steuern, bestechen die Beamten, beuten Mitarbeiter aus. Wenn die Beamten der Steuerbehörde eine Woche vor meinem Haus im Auto mit der Kamera warten, um meine Putzfrau zu fotografieren, denn die Firmenputzfrau putzt bestimmt auch bei mir zuhause, das ist unerträglich. Wenn mir das 10te Mal in einem Jahr der Spiegel abgefahren wird und ich parke mit einem Bein auf dem Grünstreifen, um das zu verhindern, dann kommt das Ordnungsamt täglich und gibt mir ein Ticket. Die 15.000 Euro pro Jahr für Spiegel, Kratzer an den Türen, geklaute Scheinwerfer (Porsche Xenon Scheinwerfer eignen sich großartig für die Hanfplantage im Keller), dafür gibt es nur ein Schulterzucken und den Spruch, kaufen sie sich ein anderes Auto, dann passiert das nicht.

Heute Mittag saßen wir beim Essen auf einer Terrasse mit Blick auf den Atlantik. In etwas Entfernung konnte man eine Gruppe Wale sehen. Das Essen war lecker und der südafrikanische Wein köstlich.

Herzliche Grüße aus Kapstadt,
Zappa
 


Schöner Einblick, danke dafür...Auch für die Passagen, warum es in Deutschland oft nicht mehr so schön ist..Ähnliches höre ich oft auch von Kollegen...Für mich wäre es trotzdem nichts wegen der Kriminalitätssituation, für meine Frau erst recht nicht. Die sollte mit ihrem ersten Mann schon nach Südafrika. BMW hatte alles vorbereitet, nur meine Frau hat gekniffen, weil sie nicht in einen goldenen Käfig mit Personal und Swimmingpool wollte
 


Komisch, wie unterschiedliche Erfahrungen man in Berlin machen kann. Die Betriebsprüfungen alle 3 Jahre sind problemlos (wir machen alles in-house und haben keinerlei "Modelle"). Anfangs (dauert meist 1-2 Wochen) gewisse Reserviertheit, die sich aber bald legt, dann nur gelegentliche sachliche und angenehme Zwischenbesprechungen zur Klärung von Fragen.
 


An meinen sicherlich zu Sozialneid Anlaß gebenden Vehikeln gabs einmal einen Schaden am Spiegel. Als ich den selbst am Garagentor abgefahren hab :haha:. In Jahrzehnten kein einziger Fall von Vandalismus. Ansonsten eher freundlicher Beifall des "Publikums" zu den Vehikeln. Mein letztes "Knöllchen" ist Jahre her.
 


Irgendwie scheint mir manchmal, dass mein Deutschland in einem Paralleluniversum liegen muss? Mir gefällts jedenfalls.
 


ok..einer muss ja da bleiben, um das Licht auszumachen..:haha:
 


Ich schreib Euch ne Postkarte, dorthin wo immer Ihr Euch auf die Füße tretet und gegenseitig die Schlechtheit der Welt bejammert :nana: :haha:
 
Zumeist ist es auch nur auf Zeit. Spätestens wenn man es alleine nicht meht geregelt kriegt, wird der Wunsch nach Heimat plötzlich wieder größer.:cool2:
 


Abwarten.......
 
Zappa;n13136 sagte:
[*]keine Vermögenssteuer und erträgliche Steuern auf Kapitalerträge
[/LIST]

Wie hoch werden denn Kapitalerträge in Südafrika besteuert? Kann man als Ausländer direkt Immobilien erwerben, Grundsteuer? Wie macht Ihr das denn mit der Krankenversicherung? Probleme weil man als Ausländer an sich nur die Rechte hat, die einem der Staat halt freiweillig gewährt? Visanotwendigkeit?
 
Wer an seinem Lebensabend seinen Aufenthaltsort aufgrund finanzieller Gegebenheiten aussucht, hat in seinem Arbeitsleben etwas falsch gemacht. Gerade am Lebensabend möchte man sich doch den schönen Künsten und der Kultur widmen, wofür früher kaum Zeit war. Und wie sieht denn das Kunst- und Kulturangebot in anderen hier genannten Ländern aus, vor allem in Südafrika?
 


Wenn ich lang genug abwarte, liege ich im Sarg...selbstverständlichn nur in bayerischer Erde...:babu: dann brauche ich aber auch keine Pflege mehr...
 


Mancher stirbt auch ganz ohne Pflege :cool2:
 
Jeder kann in Südafrika Immobilien erwerben. Wenn man nicht dauerhaft hier leben will, reicht das bei der Einreise in den Pass gestempelte Touristenvisa, um 90 Tage am Stück hier zu sein. Ansonsten braucht man eine richtige Aufenthaltsgenehmigung. Dazu muss man entsprechend Vermögen bzw. dauerhafte Einnahmen nachweisen.
Kapitalerträge werden unterschiedlich besteuert, im Schnitt werden etwa 35% der Kapitalerträge als Einkommen gesehen, auf das dann Einkommenssteuer von 41% gezahlt wird.
Die Lebenskosten sind am Ende nicht geringer als in Deutschland, man gibt das Geld nur für andere Sachen aus.
Kultur gibt es hier genauso wie in Berlin. Es ist zwar nur eine Oper und nur ein philharmonisches Orchester, aber immerhin. Das haben wir in Berlin sehr genossen und da muss man sicherlich Abstriche machen. Dafür ist die Natur wirklich spektakulär. Große Schulen aus mehreren Hundert Delphinen oder Wale sind hier so häufig wie die Schwäne auf dem Wannsee.


 
:cool2: ich könnte mir normalerweise noch nicht mal den hin und Rückflug leisten...
 


Beim Auswandern brauchst ja auch nur den Hinflug, die Kohle für den Rückflug kannste dann dort verprassen ... :nana: :tüte:
 


Nee, nee, das wäre doch die Mallorca-Variante von RTL 2 und Vox.
 
Independent Escorts

Agentur des Monats

Zurück
Top